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Von Barbara Mümpfer

Wohnstätte der Nieder-Ramstädter Diakonie in Wörrstadt öffnet Türen für Besucher

„Bitte schön, kommen Sie ruhig rein!“ Einladend öffnet Oliver Schmidt die Tür zu seinem Zimmer und lässt die Besucher eintreten. Mit den bodentiefen Fenstern und der hellen Einrichtung macht der Raum einen freundlichen Eindruck. Das gilt auch für das Schlafzimmer von Guido Müller gleich nebenan. Die beiden jungen Männer teilen sich ein Appartement für zwei Personen in der 2006 eröffneten Wohnstätte der Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) in Wörrstadt, die am Wochenende ihre Türen für Besucher geöffnet hatte.

In drei Häusern in einer gepflegten Wohnsiedlung am Stadtrand leben 36 Männer und Frauen mit geistiger Behinderung in Einzelzimmern und Appartements. Tagsüber gehen sie arbeiten, die meisten in die Werkstätte für Behinderte. Einige haben aber auch die Gelegenheit, von Fachkräften begleitet in umliegenden Betrieben einer Beschäftigung nachzugehen. Morgens und abends sowie am arbeitsfreien Wochenende werden sie von Mitarbeitern der Nieder-Ramstädter Diakonie betreut.

Bei den acht Appartements – so berichtet der Leiter des Wohnverbundes, Karlheinz Borngässer, handelt es sich um Trainingswohnungen. „Hier lernen die Bewohner, ihr Leben selbständig zu führen, sodass sie später in eine eigene Wohnung umziehen können“. Waschen, Bügeln, Putzen, Einkaufen und Kochen – wer auf eigenen Füßen stehen will, sollte solche Hausarbeiten, unterstützt durch fachlich kompetente Assistenten, allein bewältigen können.

Die Appartements mit zwei Schlafzimmern sind mit einem großen Küchen- und Wohnbereich ausgestattet, die kleineren Einzimmer-Appartments haben eine integrierte Miniküche. Und die wird von den meisten auch eifrig benutzt. Andreas Hofmann beispielsweise, der den Besuchern am „Tag der offenen Tür“ ebenfalls einen Blick in sein Appartement gestattete, versorgt sich morgens und abends komplett selbst. Auch Steffen Rettinger genießt seine Selbständigkeit. Er wurde gerade in den Heimbeirat gewählt und engagiert sich darin stark für seine Mitbewohner.

Dass sich die 36 Männer und Frauen in Wörrstadt wohlfühlen, ist unter anderem dem FC Wörrstadt zu verdanken. „Schon bald nach ihrer Vereinsgründung und unserem Einzug 2006 kamen die Fußballer auf uns zu und boten uns an, bei ihnen mitzukicken“, berichtet Borngässer. „Wir waren natürlich begeistert, und so wurde eine eigene Behinderten-Abteilung eingerichtet.“ Die ist bunt gemischt: Rund 15 Männer und Frauen, Junge und Alte jagen heute dem runden Leder nach. Zu den Mitgliedern gehören übrigens Menschen mit geistiger Behinderung aus der ganzen Umgebung.

Regen Besuch verzeichneten an diesem „Tag der offenen Tür“ auch die NRD-Tagesförderstätte und der Wohnverbund in Wallertheim. Hier erkundigten sich zahlreiche Eltern nach einer Wohnmöglichkeit für ihre älteren Kinder mit geistiger Behinderung.

Quelle: Allgemeine Zeitung Alzey vom 30.04.13